Vortrags-Veranstaltung

Bindung und Urvertrauen

Bindung

Termin: 26. Oktober 2017, 18.30 Uhr
Ref.: Y. Telzerow-Gernhardt
Ort: Teestube Lüchow, Königsberger Str. 5

Kindern liebevoll den Weg ins Leben zeigen - das ist wohl ein ureigenster Eltern-Wunsch.

Warum gestaltet sich dieser Weg manchmal einfacher, manchmal schwieriger?

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Ansprechpartnerin "Vorträge"

Yvonne Telzerow-Gernhardt
Dorfstrasse 23
29491 Prezelle
Tel.05848 - 609

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Ihr Weg zu uns

von Adresse: zu:

thomasBockTermin: 10. Juni 2013, 19.00 Uhr
Referent: Prof. Dr. Thomas Bock
Moderation: Susanne v. Imhoff
Ort: Gildehaus, Tannenbergstr.1, Lüchow

Der Vortrag setzt sich mit den anthropologischen Menschenbild und Gesundheitsbegriff auseinander. Der Referent  war gemeinsam mit Frau Dorothea Buck u.a. Initiator des ersten deutschen Psychoseseminars in Hamburg (Trialog).

Der Referent

Thomas BockProf. Dr. Thomas Bock ist psychologischer Psychotherapeut, Leiter der Spezialambulanz für Psychosen und Bipolare Störungen und der Krisentagesklinik am UKE Hamburg.

Er setzt sich im Rahmen der "anthropologischen Psychiatrie" mit dem Menschenbild und dem Gesundheitsbegriff auseinander. Gemeinsam mit Frau Dorothea Buck u.a .war er im Jahre 1989 Initiator des ersten deutschen Psychoseseminars, des Trialogs Hamburg.

Prof. Dr. Thomas Bock, und Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner leiten das Zentrum für Psychosoziale Medizin UKE -  Irre menschlich Hamburg e.V.  und psychenet, das Hamburger Netz für psychische Gesundheit.

Der Verein Irre menschlich Hamburg e.V.  wurde von Thomas Bock initiiert. Er ist ein trialogischer Verein, der von Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Therapeuten gegründet wurde und getragen wird. Er organisiert Informations-, Begegnungs- und Präventionsprojekte zu allen Aspekten von seelischer Gesundheit, psychischer Erkrankung und zum Anderssein. Er wirbt für mehr Toleranz im Umgang mit anderen und Sensibilität zu sich selbst.

Eigensinn und Stigmatisierung

Thomas Bocks Credo: Krankheiten und seelische Krisen gehören zum Leben, Menschen unterscheiden sich durch die Fähigkeit zu deren Bewältigung sowie durch das Ausmaß an Verletzlichkeit/Sensibilität und die Fähigkeit zu zweifeln und dabei zu verzweifeln, sich zu verlieren. Psychiatrisch auffällige Menschen ringen um Sinn. Dabei gehen Ihre Sinne oft eigene Wege. Die Wahrnehmung der Realität ist verändert. Die Gedanken sind sprunghaft. Das Verhalten wird unverständlich –  "vielleicht ein Versuch, sich vor dem vermeintlichen Zugriff anderer auf einen letzten Hort von Eigenheit zu retten?" Das ist sehr anstrengend für die Umwelt und führt oft zur Stigmatisierung und in der Psychiatrie zur Ettikettierung durch ein oft reduktionistisches medizinisches Krankheitsverständnis.

In der Folge isolieren sich die Betroffenen immer mehr und vereinsamen. Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen sind so verbreitet, wie die Zahl derer, die darunter leiden, beträchtlich ist.. Vorurteile gefährden individuelle therapeutische Fortschritte, die Ressourcen der Familie und die strukturelle Weiterentwicklung der Psychiatrie. Besonders betroffen sind Patienten mit den Diagnosen schizophrene und affektive Psychose. Ca. 5 Millionen Betroffene und ihre angehörigen Familien sind davon betroffen.

Antistigma-Arbeit - Trialog - Öffnung sozialer Räume

Der Verein irre menschlich e.V.  hat sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Dabei gehen Psychotiker, Süchtige, Depressive in Schulen, zur Polizei oder in Firmen, um über ihre Erfahrungen mit ihrer Krankheit zu sprechen -  z.B. über Stimmenhören, Halluzinationen oder auch Zwänge von Abhängigen. Einander kennenlernen dient dem Angstabbau, so hilft Antistigma-Arbeit, die auch im „Trialog" abläuft, Vorurteile zu reduzieren, soziale Räume zu erhalten, zu entwickeln oder wiederzugewinnen und therapeutische Erfolge abzusichern. Davon profitieren sehr direkt insbesondere Patienten bzw. seelisch Behinderte, aber auch Angehörige und professionell Tätige. Für die unmittelbar Betroffenen bedeutet die Mitarbeit zudem soziale Anerkennung und Wertschätzung.

Ängste wie auch Abhängigkeiten (stoffliche und nichtstoffliche) gehören zum Wesen des Menschen. Ebenso wie das Ringen um das Eigene und um den Lebenssinn: Wer bin ich? Wo höre ich auf? Wo fängt der andere an? Was ist meine Aufgabe, meine Bestimmung? Wer bin ich für andere? Wie kann ich balancieren zwischen Bindung und Autonomie, Abgrenzung und Verschmelzung (und den entsprechenden Wünschen und Ängsten)?
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„Ein Drama der Psychose", sagt Thomas Bock, „scheint mir zu sein, dass die Suche nach dem eigenen Sinn, sich ausschließlich nach Innen richtet. Der Sinn wird ausschließlich im Eigenen gesucht, also da, wo er letztlich nicht zu finden ist." Es geht beim Menschen - als sozialem Wesen - immer um die Bedeutung des Einzelnen für andere. Also um den echten Dialog, um den Austausch, um ein gemeinsames Ringen, um individuelle Kooperation zwischen Betroffenen und ihren Therapeuten; - eine Herausforderung, welche die Psychiatrie heute leicht aus dem Auge verliert.

Die "anthropologische Psychiatrie" sieht den Menschen in seiner Ganzheit. Sie will philosophische Prinzipien des Mensch-Seins mit den Erkenntnissen in der somatischen, psychologischen und sozialen Psychiatrie sowie der Psychotherapie zusammenführen. Sie will integrieren und die Komponenten dadurch als Basis für ein offenes Verstehen und eine dialogische Therapie nützlich werden lassen. Sie will Brücken schlagen zwischen Patienten, Angehörigen und professionell Tätigen; - aber auch Brücken zwischen psychiatrischen Richtungen, um damit den Gräben der fachlichen Spezialisierungen entgegenzuwirken.

Literatur
Thomas Bock, Klaus Dörner und Dieter Naber: 10 Thesen zur Konzeptionalisierung einer anthropologischen Psychiatrie

Material für Psychoseseminar der PSAG Krefeld

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