Vortrags-Veranstaltung

Bindung und Urvertrauen

Bindung

Termin: 26. Oktober 2017, 18.30 Uhr
Ref.: Y. Telzerow-Gernhardt
Ort: Teestube Lüchow, Königsberger Str. 5

Kindern liebevoll den Weg ins Leben zeigen - das ist wohl ein ureigenster Eltern-Wunsch.

Warum gestaltet sich dieser Weg manchmal einfacher, manchmal schwieriger?

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Ansprechpartnerin "Vorträge"

Yvonne Telzerow-Gernhardt
Dorfstrasse 23
29491 Prezelle
Tel.05848 - 609

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Ihr Weg zu uns

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BernhardDueformantel klTermin: 26. April 2012
Referent: Bernhard Düformantel
Ort: Mehrgenerationenhaus, Lüchow

Seit 10 Jahren ist Herr Düformantel Betroffener und Experte seiner Borderline-Störung mit Agoraphobie (Platzangst) und Panikattacken und hat 2009/10 einen EX-IN Kurs in Hamburg und anschliessend den EX-IN-Trainer-Kurs in Bremen zertifiziert absolviert.

Herr Düformantel (1961) hat eine komplette (nicht abgeschlossene) krankenpflegerische Ausbildung in der Psychiatrie gemacht und bezeichnet sich selbst als „Allrounder und Lebenskünstler".

Heute ist er, soweit es ihm möglich ist, als Genesungsbegleiter/Peerberater in unterschiedlichen Kontexten sowie als EX-IN-Trainer tätig. Auch hat er mit der freundlichen Unterstützung der Schön Klinik Eilbek den ersten Borderline-Trialog in Hamburg etabliert.

Notizen zum Vortrag

borderline4borderline-sw„Meinem Rucksack sind Flügel gewachsen" resümierte Bernhard Düformantel in seinem Vortrag über seinen Weg mit Borderline vor mehr als 60 Interessierten, zu dem der Verein „wendlandbrücke" am Donnerstag ins MGH Lüchow eingeladen hatte.

Nach einer Einführung in die Problematik der Vielfalt der Diagnosekriterien der Borderline-Erkrankung und deren sog. Komorbiditäten (z.B. Zwänge, ADHS u.a.) stellte der Referent und Betroffene beeindruckend einige biographische Hintergründe und den Prozess der Talfahrt in „seine spezielle" Borderline-Erkrankung dar. Dabei widmet er sich besonders der "Achterbahn seiner Gefühle", wohl verursacht durch eine gelernte Haltung des "Du sollst nicht merken". Er reflektierte über seine Neigung anderen Menschen zu helfen und interpretiert, "um mir selbst nicht nah zu sein, meine innere Leere nicht zu spüren, half ich anderen bis zum Zusammenbruch."

Der Verdrängung der schmerzhaften Gefühle folgten schwere Panikattacken und eine Agoraphobie, die ein selbständiges Leben einfach nicht mehr möglich machte; der Weg führt zur Krisenintervention in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie. Hier entscheidet er sich für die Einnahme von Medikamenten („als Krücke", "nur so viel wie nötig").

Für Ihn wichtige Hilfe findet er aber über das Internet: Das „Borderline - Netzwerk e.V.-für Betroffene von Betroffenen" bietet zeitweilig den einzigen Halt, und hier kommt auch spontan praktische Hilfe von Betroffenen.

Zeitgleich entwickelt sich der Entschluss von Bernhard Düformantel, das „Vermeiden zu vermeiden". Er zieht von Belgien nach Deutschland um, um in der Schönklinik Bad Bramstedt eine Verhaltenstherapie (DBT) machen zu können, welche es so in Belgien, zu diesem Zeitpunkt, für ihn nicht gab. Hier lernt er Achtsamkeit und bewussten Umgang mit seinen Gefühlen, Selbstwert und zwischenmenschliche Fertigkeiten (Skills) um zu lernen sich zu stabilisieren.

Ungeachtet dessen kehrt die Achterbahn wieder: Es erfolgt ein zweiter Aufenthalt in Bad Bramstedt. Eine begleitende Kunsttherapie führt ihn u.a. zur Theaterarbeit mit crazyartists e.V., einem Verein, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, "der Seele freien Lauf zu lassen, um zu wachsen und Stand zu halten" ...im Sinne von, „sich miteinander ausprobieren, lebendig sein, zu spielen".

Dem Rucksack Flügel wachsen lassen...Hier lernt er sich und seine Gefühle kennen, trainiert er „Fühlen" in verschiedenen Rollen, wird freier und kreativer.
Ebenfalls in Bad Bramstedt wird 2007 der erste „Borderline-Trialog" im Norden Deutschlands eingerichtet - eine Chance, die er sich nicht entgehen ließ.

2009/2010 hat er in Hamburg den EX-IN-Kurs absolviert. Eine Fortbildungs- bzw. Qualifizierungsmaßnahme für Psychiatrie-Erfahrene, die ihn befähigt, seine Lebens- und Krisenerfahrung für sich und andere zu nutzen, um später - soweit es ihm möglich ist - als Genesungsbegleiter / Peerberater in unterschiedlichen Kontexten sowie als EX-IN-Trainer tätig zu sein.

2010/2011 absolviert er in Bremen den EX-IN Trainer-Lehrgang.

Mit der freundlichen Unterstützung der Schön Klinik Eilbek hat er den ersten Borderline-Trialog in Hamburg etabliert.

Bernhard Düformantel rät an diesem Abend in Lüchow allen ambulant und im psychiatrischen Bereich Tätigen, sich neugierig auf einen Borderline Trialog einzulassen – „Hier werden Sie Dinge erfahren, die Sie im Studium nicht gelernt haben und die Sie und ihre Arbeit verändern werden".

Ein lehrreicher und spannender Vortrag, der den" Weg von „schwarz-weiß zu farbig" klar skizzierte und vielen Betroffenen und psychiatrisch Tätigen neue Hoffnung und Mut gab.

(Yvonne Telzerow-Gernhardt)

Pressebericht

 2012DueformantelEJZ

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