Vortrags-Veranstaltung

Bindung und Urvertrauen

Bindung

Termin: 26. Oktober 2017, 18.30 Uhr
Ref.: Y. Telzerow-Gernhardt
Ort: Teestube Lüchow, Königsberger Str. 5

Kindern liebevoll den Weg ins Leben zeigen - das ist wohl ein ureigenster Eltern-Wunsch.

Warum gestaltet sich dieser Weg manchmal einfacher, manchmal schwieriger?

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Ansprechpartnerin "Vorträge"

Yvonne Telzerow-Gernhardt
Dorfstrasse 23
29491 Prezelle
Tel.05848 - 609

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Ihr Weg zu uns

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depressionTermin: 22. Mai 2008
Referent: Dr. Florian Gottesleben
Ort: Durchblick - Bildungszentrum am Wasserturm, Lüchow

Der Autor des Buches "Schwarze Galle" spricht von Erfahrungen mit seinen depressiven Phasen und stellt von ihm selber erprobte Ansätze zur Selbsthife vor.

 

Nachlese: Dr. Florian Gottesleben brachte Licht in das dunkle Thema „Depression"

von Yvonne Telzerow-Gernhardt

Ein überraschend grosses Interesse fand am vorigen Donnerstag die von der "Brücke Lüchow-Dannenberg e.V." organisierte Veranstaltung zum Thema „Depressionen und deren Behandlung", die im Bildungszentrum am Wasserturm "Durchblick" stattfand.

Dr. Florian Gottesleben, praktizierender Oberarzt für Inneres in der CAPIO Elbe Jeetzel-Klinik und seit 25 Jahren Betroffener einer bipolaren depressiven Erkrankung referierte fachkundig vor mehr als 100 Betroffenen, Angehörigen, Fachleuten über die Geschichte der Depression, las aus seinem Buch „Schwarze Galle - Erfahrungen und Leitfaden" ein Kapitel über seine in den depressiven Phasen selbst erlebten Symptome und Befindlichkeiten und stellte konkret erprobte ganzheitliche Übungen und Ansätze zur Selbsthilfe dar. Hier spielen Bewegung, kreative Aktivitäten (Musik,Schreiben etc) und Entspannungsmethoden wie autogenes Training, Joga, Meditation sowie Ernährung etc. eine wichtige Rolle.

Die Authentizität, Offenheit und die Professionaliät des Arztes, Autors und Menschen Florian Gottesleben führte im dritten Teil der Veranstaltung zu einer erstaunlich offenen Diskussion über die eigene Betroffenheit.

TeilnehmerInnen äusserten z.T. ihre Verzweiflung und Ratlosigkeit im Umgang mit der Krankheit. Es wurde darauf hin gewiesen, dass es im Landkreis zwei Selbsthilfegruppen für depressiv Erkrankte gibt. Insgesamt aber ist das therapeutische Angebot im Landkreis wohl mangelhaft. Eine Zuhörerin bedankte bei Dr. Gottesleben für seinen „Leitfaden". Sie fühle sich zutiefst durch seine Mitteilungen verstanden - eine Erfahrung, die sie gerade mit professionellen Fachleuten nie gemacht habe.

Aus den Reihen des Publikums wurden Fragen zu Ursachen, Therapiemöglichkeiten, sinnvollem Verhalten von Angehörigen, Umgang mit Arbeitsplatzproblemen im Krankheitsfall gestellt. Nach Ansicht von Dr .Gottesleben spielen viele Faktoren bei der Entstehung der unipolaren und bipolaren Depression eine sich wechselseitig beeinflussende Rolle:Stoffwechselprozesse im Gehirn, frühe Traumatisierungen,unverarbeitete Verlusterlebnisse, gestörtes Selbstwertgefühl, Versagensängste, Stigmatisierung etc., die jeweils in ihrem individuellen Zusammenspiel gesehen werden müssen. Ein strukturierter Alltag in einem positiven sozialen Umfeld mache es dem Depressiven leichter, seine quälenden Zustände zu ertragen. Eine Fachbehandlung durch einen Psychiater sei unerlässlich. Bei der bipolaren Depression schliesst Dr. Gottesleben genetische Faktoren nicht aus. Die wissenschaftliche Gehirnforschung, die genetische Forschung und die bessere Verknüpfung der therapeutischen Ansätze werde künftig zu einem besseren Verständnis und besseren Behandlungsmöglichkeiten der depressiven Erkrankungen führen.

Herr Hahme, Geschäftsführer der „Brücke Lüchow-Dannenberg e.V.", dankte Herrn Dr.Gottesleben mit einem riesigen gelben Rosenstrauss, das Publikum applaudierte heftig.

Am Schluss der Veranstaltung konnten Interessierte den Depressionsfragebogen von BECK mit nach Hause nehmen, um sich selber in bezug auf eigene depressive Tendenzen zu überprüfen, was auch umfassend wahrgenommen wurde.

Diese Veranstaltung ist der Beginn einer Reihe von halbjährlich geplanten Veranstaltungen der „Brücke Lüchow-Dannenberg e.V.",deren Ziel es ist ,offener über einzelne Krankheitsbilder zu kommunizieren und der Stigmatisierung entgegenzuwirken.

Je mehr Betroffene, Angehörige,Verwandte,Fremde und Profis gemeinsam an diesen Zielen arbeiten und ein Krankheitsbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein und Offenheit in Bezug auf depressive Symptome entwickeln, desto besser kann den Menschen geholfen werden, mit der Krankheit zu leben und u.U.die Perspektive auf Besserung nicht aus dem Auge zu verlieren.

Pressebericht

 2008GotteslebenEJZ

Depressionsfragebogen nach Beck

pdf-Datei zum Download

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